Bericht vom 12.-14.3.2010: Zopfaktion in der EMK-Bäretswil


Rund 88kg Mehl, 1.8kg Salz, 8.8kg Butter, 52 Liter Milch, 4 kg Hefe, 44 Stück Eier und 2.1kg Speck. Soviel braucht es, um 154kg Zopfteig zu machen. Total ergaben sich daraus 41 Zöpfe à 1kg, 59 Zöpfe à 750gr, 21 Speckzöpfe, 218 Stück Schoggibrötli und 70 kleine Zöpfli. Nicht nur das, sondern auch zwei Backofen, mit Schamottsteinen, eine Knetmaschine (Fassungsvermögen 10kg), leistungsstarke Elektroleitungen, Platz und viele motivierte Teens, Jungschärler und Leiter, die mit eher wenig Schlaf über ein Wochenende hinweg auskommen.
Donnerstagabend, der Elektriker, ein Freund von mir, schliesst die Elektroinstallation für die beiden Backofen und die Knetmaschine direkt am Elektrotableau an. Das wichtigste ist gemacht. Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Sicherungen standhalten, wenn alle Geräte gleichzeitig Strom verbrauchen. Beim Einschalten der Ofen fliesst schon etwas Adrenalin durch die Adern. Wenn jetzt das nicht klappt, muss blitzartig eine Lösung geschaffen werden, damit alles rund läuft. Dafür ist jedoch eigentlich gar keine Zeit. Denn es ist Freitagabend kurz vor Leitertreff und somit der Startschuss für die Zopfaktion 2010. Bereits zum zweiten Mal findet diese in unseren Kirchenräumen der EMK (evangelisch-methodistisch-kirche) Bäretswil statt.
Die Aufregung war umsonst, denn der Strom fliesst ohne Problem, die Sicherungen bleiben drin.
Mehlabwägen und alle andern Zutaten genau nach Rezept mischen und beigeben, anfangs unter Instruktion und Anleitung eines Leiter, danach selbständig und bald schon mit viel Routine. Das ist die Aufgabe der Kinder und Teenager. 30 Minuten wird der Teig geknetet. Da ist trotzdem keine Pause angesagt, sondern bereits das Abwägen der nächsten Portion. 6 x 7kg müssen bis um 06:00 Uhr in der Früh verarbeitet und gebacken sein. Das heisst, alle 60 Minuten ein neuer Teig in der Maschine ansetzten.
Der fertige Teig wird genau abgewogen. Damit auch alles stimmt, wurden die Bestellungen, welche die Tage zuvor eingegangen sind, genauestens unter die Lupe genommen. Bestellen konnte man dieses Jahr ganz modern auch via Homepage der Jungschar, per Post oder auch telefonisch. Alle Zahlen wurden aufgeschrieben, ausgerechnet und auch wieder korrigiert.
Der Teig ist nun also abgewogen und nun kommen weitere fleissige Helfer in den Einsatz. Formen ist jetzt angesagt. Wer noch nicht zöpfeln konnte, durfte zuerst mit Halstüchern lernen und kann das Gelernte nun umsetzten. Auf die Backbleche, welche wir von den Gemeindemitglieder geliehen hatten, wurden die Teiglinge nun platziert und mit Ei bestrichen. Bald schon, nach einer Aufgehzeit im Gährraum, wird die Ofentür geöffnet, Blech rein, 40 Minuten warten und heraus kommen wunderschöne, goldige Zöpfe. Dies geschieht natürlich unter ständiger Kontrolle, damit die Zöpfe nicht verbrennen. Der letzte Teig in der ersten Nacht um 4:00 Uhr fertig verarbeitet. Doch gross Pause ist immer noch nicht angesagt. Denn bereits um 5:00 Uhr beginnt die nächste Schicht. Doch zuerst (7:00 Uhr) ist die erste Auslieferung noch an der Reihe. In Harassen verpackt, die Säcke mit Etiketten versehen geht es in zwei Autos mit Fahrer und Laufjunge/Laufmädchen los. Die ersten Zöpfe verlassen die Backstube der EMK.
Die durchgemachte Nacht zeichnet die eine oder andere menschliche Gestalt. Gut, dass ein Schichtwechsel stattfindet. Kurze Einführung und Rückmeldung wie es gelaufen ist, um sich rasch möglichst dem wohlverdienten Schlafe zu widmen. Inzwischen ist es 8Uhr. Jetzt wird für die Auslieferung um 16Uhr gearbeitet. Meist die Lieferung mit der grössten Menge. Siebe Teige à 7Kg müssen jetzt bis 16Uhr verarbeitet und gebacken werden. Die Pause vor der Nachtschicht auf Sonntag ist allen Willkommen. Langsam wird auch ein über Jahre eingefleischter Zopfaktiönler müde. 19:30 Uhr Start für die letzten 4 Teig à 7kg. Diese sind um 2 Uhr fertig aus dem Ofen. Diese werden dann vor Gottesdiensbeginn den Kunden noch schnell ausgeliefert. Das Putzen beginnt mit dem Beenden des Backens. 24m2 Backstube müssen gereinigt werden. Am Dienstag findet in den gleichen Räumen bereits wieder der Gebetsabend aber auch Sitzungen und Unti statt. Noch verbleibt wenig Zeit, bis zum Gottesdienstbeginn. Müde, von der vielen Arbeit zu aussergewöhnlichen Zeiten, sitzen wir im Gottesdienst. Zum Kirchenkaffe gibt's, wer hätte das gedacht, selbstgebackenen Zopf aus der EMK-Backstube. Der Kirchenkaffe ist so eine gute Verwertung für die nicht mustergültigen Zopf.
"Endlich" ist die ganze Sache (für ein Jahr) vorbei. Den Kopf und die Agenda wieder frei für weitere Projekte.

Blick auf - Hilf auf
Laeta
  www.waldkauz.chback top